MYSTERIES-Zeitschrift Nr. 5 – Sep./Oktober 2007 (Ausgabe 23)

 

Forscher warnen, und die Behörden tun – nichts


NEUE STUDIE:

<<KÜNSTLICHER SÜßSTOFF FÖRDERT KREBS!>>


Ist der Süßstoff Aspartam doch krebserregend? Neue Studien italienischer Forscher scheinen dies zu bestätigen. Für Behörden in Europa und den USA dennoch kein Grund, einzugreifen. Warum eigentlich nicht?

 

Ob in Cola-Light oder im Kaffee: Aspartam versüßt uns das Leben – mit weitaus weniger Kalorien als herkömmlicher Zucker. So weit so gut. Nur: Wie gesund ist der chemische Süßstoff tatsächlich? Bereits 2005 machte die „European Ramazzini Foundation for Cancer Research“ diesbezüglich mit schockierenden Resultaten von sich reden.

 

Damals präsentierte das Institut in Bologna seine erste Langzeitstudie über Aspartam. Fazit: Der künstliche Süßstoff würde das Krebsrisiko erhöhen, erklärten die Forscher. Dies hätten Versuche mit Ratten gezeigt. Negativ begünstigt würden speziell Leukämie und krebsartige Lymphome.


Im Juni dieses Jahr hat das Institut jetzt nachgedoppelt: Aspartam sei umso schädlicher, je früher es eingenommen wird, so das Fazit einer zweiten neuen Untersuchung. „Unsere Studie zeigt, dass die krebserregende Wirkung bei einer lebenslangen Einnahme von Aspartam erhöht wird, wenn die Einnahme schon im Fötendasein beginnt“, erklärte Morando Soffritti, Hauptautor der Studie, die im Juli2007 in der Zeitschrift „Environmental Health Perspectives“ der „National Institutes of Health“ publiziert wurde – der führenden staatlichen Gesundheitsbehörde Amerikas.


Konsumentenschützer warnen Um den Effekt nachzuweisen, wurden schwangere Ratten mit Aspartam gefüttert. Nach der Geburt wurde ihren Jungtieren ebenso Aspartam verabreicht. Und zwar in Mengen, die der empfohlenen Tagesdosis für Menschen entsprechen – mit verheerenden Auswirkungen!


Die Resultate haben Konsumentenschützer auf den Plan gerufen, vor allem in den USA. So warnt mittlerweile etwa das „Center for Science in the Public Interst“ vor der Einnahme des künstlichen Zuckers: „Die Leute sollen nicht in Panik ausbrechen, aber sie sollten aufhören, Getränke und Lebensmittel zu kaufen, die Aspartam enthalten.“


Dieser Warnung widersprechen europäische Behörden. Zwar sei die neue Studie noch nicht detailliert analysiert worden.

 

Aber schon die Resultate der ersten Untersuchungen zu Aspartam gedeckt, so etwa der Tenor aus der Schweiz:

„Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA wird die Daten evaluieren und auch in Bezug zu Sicherheitsstudien setzten, welche in der Vergangenheit durchgeführt wurden“, erklärt das eidgenössische Bundesamt für Gesundheit auf Anfrage von „mysteries“.

 

„Zum heutigen Zeitpunkt sehen wir aufgrund der vorliegenden Daten keinen Anlass, vom Konsum von Aspartam abzuraten.“ Und die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA doppelt nach: „Es gibt derzeit keinen Grund, die Meinung zu ändern, wonach Aspartam ein sicherer Lebensmittel-Süßstoff ist.“


In den Vereinigten Staaten wird zudem die Ramazzini Foundation selbst kritisiert, welche die alarmierenden Untersuchungen durchgeführt hatte. Sie halte sich nicht an die wissenschaftlichen Richtlinien und würde ihre Resultate regelmäßig an die Medien weitergeben – noch bevor diese offiziell publiziert sind.

 

„Für Wissenschaftler ein nicht akzeptables Vorgehen“, findet Lyn Nabors, Präsident des „Calorie Control Bouncil“, einer Vereinigung, welche die Diät-Lebensmittelindustrie vertritt.

 

>>Aspartam, wohin man blickt<<

 

Dass bei dem Thema die Wogen hochgehen, ist keine Wunder. Schließlich geht es um viel Geld. Der Süßstoff ist in gut 6000 Lebensmitteln zu finden.

 

Neben „Light“-Getränken enthalten auch Kaugummis, Joghurt, Snacks oder Desserts Aspartam. Experten rechnen vor, dass heute 60 Prozent aller Süßstoff auf Aspartam entfallen. Vor allem Kinder, aber auch Schwangere würden gerne zu Lebensmitteln mit dem künstlichen Süßstoff greifen.

 

„Das war auch der Grund, warum wir die Studien durchgeführt haben“, so Soffritti von der Ramazzini Foundation.

 

 

 

Ich danke Luc Bürgin für die Freigabe des Artikels
für "Zurück zur Natur"  >>Nachrichten<<

 


Quelle: MYSTERIES-Magazin